Interlaken – mein Wanderparadies

Gastbeitrag von Martin Beßling

Aktuell wirbt die Gemeinde Interlaken auf ihrer Internetseite mit dem Slogan „Die ganze Schweiz an einem Ort“. Ob Interlaken repräsentativ für die gesamte Schweiz steht kann ich nicht beurteilen, Interlaken ist aber auf alle Fälle mindestens eine Reise wert und darf auch gerne mit Superlativen werben.

Ende September 2014 übernachtete ich dort 5 Nächte in der Jugendherberge und unternahm von dort aus vier Tagesausflüge. Seit diesem Urlaub bin ich ein großer Fan von Interlaken und ich werde bestimmt noch einmal dort hinfahren. Mit dem Wetter hatte ich riesiges Glück, es war immer sonnig und die Temperaturen waren ideal zum Wandern, auch auf die höheren Lagen benötigte man keine warme Bekleidung.

In diesem Gastbeitrag möchte ich meine Tagestouren vorstellen.

1. Tag: Anfahrt und erste Orientierung

Die Anfahrt aus Deutschland ist bequem mit dem Zug möglich. Der ICE fährt bis zum Endbahnhof Interlaken Ost. Kurz vor Ende der Reise schlängelt sich der Zug durch die Landschaft und man kann die Aussicht auf die Berge und Seen genießen.

Die Jugendherberge liegt direkt am Bahnhof. Diese ist sehr modern, mir hat nichts gefehlt. Zu empfehlen ist auch das Restaurant in der Jugendherberge wo täglich abwechslungsreiche Gerichte zubereitet werden. Das Frühstücksbuffet ist sehr reichhaltig. Die Zimmer und Duschen sind sauber und das Personal sehr freundlich. Die Mehrbettzimmer sind mit Etagenbetten und abschließbaren Schränken ausgestattet, die Schränke befinden sich mit einem Waschbecken in einem Vorraum, so dass der Schlafbereich geschützt ist.

Nach dem Bezug meines Zimmers machte ich mich auf den Weg Interlaken zu erkunden. Ich schlenderte die Hauptstraße entlang und war sofort von der Bergkulisse beeindruckt. Auf einer Wiese landeten die ganze Zeit Gleitschirmflieger. Der Ort ist sehr sauber und beherbergt sehr viele Hotels. Man findet aber auch Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Fast Food Läden.
In der Touristinformation kann man sich über die vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten informieren. Da ich aber meine Tage bereits komplett durchgeplant hatte und die Wanderungen bereits feststanden stattete ich dieser nur einen kurzen Besuch ab.

2. Tag: Thunersee (Panoramabrücke)

Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Zug von Interlaken Ost nach Thun. Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde. Da ich noch den ganzen Weg vor mir hatte, habe ich den Ort Thun nicht weiter beachtet. Lediglich beim Bäcker habe ich mir noch etwas Proviant besorgt. Über eine überdachte Holzbrücke, wo schon morgens Surfer auf einer Welle aktiv waren, ging ich vom See weg um mich auf den Weg zurück nach Interlaken zu machen.
Die Wanderung bot mir eine tolle Sicht auf den See. Der Weg führte abseits von Straßen, teilweise über oder neben Weiden entlang. Die Steigungen stellten kein Problem dar und sind mit etwas Kondition gut zu schaffen. Das Highlight auf der 28 km langen Tour war die Panoramabrücke. Dort muss man zwar für die Nutzung bezahlen, erspart sich so aber einen großen Umweg und bekommt eine tolle Aussicht geboten. Entgegenkommende Spaziergänger waren so freundlich mich auf der Brücke zu fotografieren.
Kurz vor Ende der Tour erreichte ich die Beatushöhlen. Auf eine Besichtigung hatte ich aber keine Lust und genoss lieber das gute Wetter bei einem kühlen Getränk. Das Gelände der Höhlen lädt auf alle Fälle zu einer Pause ein.

Wegbeschreibung bei GPS TRACKS

3. Tag: Harder Kulm

Die Besteigung des Hausbergs von Interlaken gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Der Aufstieg war bei sonnigen Wetter doch recht anstrengend. Ich wurde aber schon auf dem Weg mit tollen Ausblicken auf den See belohnt. Oben erwartete mich eine Aussichtsplattform, wo es relativ voll war. Es fand sich aber ein weiterer Alleinreisender zum gegenseitigen fotografieren. Mit der Standseilbahn kommen viele Leute um die Aussicht zu genießen oder im Ausflugslokal zu essen.
Ich entschied mich für den Abstieg zu Fuß, denn ich hatte für den Tag keine weiteren Pläne und man kann einen anderen Weg als beim Aufstieg auswählen, so dass man noch etwas Abwechslung hat.

4. Tag: Brienzersee – Drei Wasserfälle

Morgens fuhr ich aus Interlaken mit dem Bus nach Bönigen. Die Fahrt dauerte nicht lange. Der Ausgangspunkt für die Tour ist der Schiffsanleger, wo man einen ersten Eindruck vom See bekommt. Der Weg ist mit normaler Kondition zu schaffen. Zunächst führte mich die Tour oberhalb des Brienzersees an zwei kleineren Wasserfällen vorbei. Ich begegnete, außer ein paar Hundebesitzern, niemanden auf dem Weg und genoss die Ruhe in der Natur.
Spätestens an den Giessbachfällen ist es aber vorbei mit der Einsamkeit. Die sehr beeindruckenden Wasserfälle lockten bei meiner Ankunft zahlreiche Ausflügler an. Am Grandhotel Giessbach kann man die Möglichkeit zur Einkehr nutzen. Ich entschied mich aber dazu die Standseilbahn Richtung Schiffsanleger zu nehmen, nur um dann wieder hoch auf den Weg Richtung Brienz zu gelangen. Die Wasserfälle waren aber wirklich beeindruckend und auch dort nutzte ich die Möglichkeit mich fotografieren zu lassen. Der weitere Weg nach Brienz verlief leider zum Teil an einer Straße und auch in Brienz herrschte reger Durchgangsverkehr. Daher entschied ich mich in Brienz den Zug zurück nach Interlaken zu nehmen und dort den Abend ausklingen zu lassen.

Wegbeschreibung bei GPS TRACKS

5. Tag: Grimselwelt

Zu meiner etwas weiter entfernten Tour in die Grimselwelt brach ich wieder früh am Morgen mit dem Zug auf. Die Fahrt von Interlaken zum Grimselpass dauerte ca. 2 Stunden. Die Fahrt mit dem Postbus war aber sehr interessant da der Fahrer, in meinem Fall auf hochdeutsch, noch Erklärungen zu durchfahrenden Orten und Sehenswürdigkeiten bot. Schon am Grimselpass bot sich mir eine völlig veränderte Welt. Die Gegend ist sehr steinig und wenig bewachsen. Der Aufstieg zum Sidelhorn erwies sich als anspruchsvoll, zumindest für mich. Da sich aber auch viele Familien mit Kindern und Hunden auf den Weg Richtung Spitze machten, beschloss ich nicht zu kneifen. Die Wege waren schon recht steinig und mit Geröll bedeckt, auf die Beschilderung musste man schon genauer achten als auf meinen vorherigen Touren. Die Aussicht entschädigte mich für den steilen Anstieg und ich genoss die Sonnenstrahlen am Gipfelkreuz. Beim Abstieg musste ich mich auf die lockeren Felsbrocken konzentrieren. Ich bekam aber auch hier wieder eine fast menschenleere, wirklich sehenswerte Landschaft geboten. Am Endpunkt meiner Tour, dem Grimsel Hospiz, gönnte ich mir ein Stück Kuchen mit Kaffee während ich auf den Postbus wartete, um zurück zu fahren.

Wegbeschreibung bei outdooractive

 

Fazit

Spätestens seit diesem Wanderurlaub in Interlaken bin ich zum Fan der Berge geworden. Es müssen für mich gar nicht große spektakuläre Touren sein. Die hier vorgestellten Tagestouren, die man mit etwas Kondition bewältigen kann, haben mir große Freude bereitet.

Vor Ort und für die Anfahrt benötigt man auch kein eigenes Auto. Das öffentliche Verkehrsnetz in der Schweiz ist sehr gut ausgebaut. Selbst die Fahrt zum abgelegenen Grimselpass verlief problemlos. Die Busse verkehren häufig genug und der Fahrkartenkauf kann im Voraus im Bahnhof Interlaken Ost erfolgen.

Abschließend habe ich noch eine Restaurant-Empfehlung für Interlaken: Das Hüsi Bierhaus bietet leckeres Essen in netter Atmosphäre mit einer guten Bierauswahl.

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